Bildbearbeitung

Die Profiliga

Nun kann man geteilter Meinung sein, welche Bildbearbeitungs-Software die beste ist. Da spielt für einige wohl auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Allerdings zeigt sich bei der Bildbearbeitung wie auch oft anderswo, dass Qualität ihren Preis hat. Das Foto-Abo von Adobe schlägt mit etwa 12 € monatlich zu Buche, die Kaufversion von Capture One Pro 12  mit einmalig 349 €.

Und zudem ist mir bei Adobe in den letzten Jahren nicht ein einziges Mal irgendein Bug untergekommen.

Unter diesem Aspekt lichtet sich dann das Angebot auf dem Markt. Nachdem ich nun ein paar Jahre mit Lightroom und Photoshop gearbeitet habe,  ließ mich die Empfehlung aus Fachkreisen jetzt auch Capture One (C1) ausprobieren.

Nach dem Download, ausgiebigem Programmtest der 30-Tage-Testversion über drei Nachmittage und Anschauen diverser Tutorials bin ich nach eigenem Ermessen mit C1 jetzt bereits auf Lightroom-Niveau. Die ersten Bilder sind hier auf meiner Webpage bereits unter der Rubrik  "Irland" veröffentlicht.

 

Allerdings bietet C1 viel detailliertere Möglichkeiten der selektiven Farbkorrektur. Ein Bild lebt von den Farben und der darin enthaltenen Stimmung. Mit dem Farbeditor kann man unter dem Reiter "Erweitert" jede Stelle des Bildes anklicken und den Farbbereich in Sättigung und Luminanz verändern. Weiterhin kann der Farbbereich im Farbkreis präzise eingegrenzt werden, sodass die Nuancen der Änderung ganz fein ausfallen. 

Mit diesem C1-Tool ist eine selektive Farbkorrektur schnell und effizient umgesetzt
Mit diesem C1-Tool ist eine selektive Farbkorrektur schnell und effizient umgesetzt

Auch die in LR bekannten und beliebten Features wie z. Bsp. das Einfügen eines Wasserzeichens lassen sich hier bequem umsetzen. Verständlicherweise muss man manchmal die eine oder andere Funktion erst suchen, da das Layout von anderen kreativen Köpfen gestaltet wird.

Register und Werkzeuge sind in C1 nicht starr angeordnet und können in Reihenfolge und Position rechts oder links vom zu bearbeitenden Foto positioniert werden. Arbeit an zwei Monitoren: kein Problem. Eine bereits enthaltene Vorgabe schaltet alles mit einem Klick. Weiterhin ist die Ebenenfunktion in C1 ein Vorteil gegenüber LR. Generell lässt der Funktionsumfang aber in beiden Programmen kaum Wünsche offen.

 

Prinzipiell ist mein fertiges Bild in C1 schneller fertig, da ich mit wenigen Reglern und dem Verzicht auf externe Plugins wie NIK Filter weniger Zeit brauche. Der erste Eindruck ist also durchweg positiv. Es macht ebenso großen Spaß, mit der Software zu arbeiten.

 

Das bedeutet aber nicht, dass ich auf Adobe Lightroom und Photoshop verzichten werde, denn auch hier gibt es  eine Menge Features, die ich nicht missen möchte.

 

Noch eine letzte Bemerkung: Ich bekomme durch das Schreiben dieser Kolumne von keiner der oben erwähnten Firmen auch nur einen müden Euro. Wer einen ausreichend ausgestatteten Rechner hat und die Software immer aktuell hält, wer darüber hinaus keine zweifelhafte Software installiert, welche das Betriebssystem lähmt, kann mit LR und C1 in kurzer Zeit professionelle Ergebnisse erzielen. Der weitaus größte Teil der Profis arbeitet mit mindestens einem der beiden Programme, viele sogar mit beiden. Das hat einen logischen Grund: Wer damit Geld verdienen muss, braucht professionelle Software, die Spaß macht und alles bietet, ohne durch Bugs zu punkten ;-)

Die dritte von mir benutze Software ist Skylum Luminar, welche einige interessante Filter (Accent AI Filter für superschnelle Bildregulierung und AI Sky Enhancer für komplexe Verbesserung des Himmels, alles mit jeweils einem Regler) und ebenfalls Ebenenfunktion bietet. Allerdings sind einige Filter noch verbesserungswürdig. Auch sporadische Programmabstürze, wahrscheinlich nach zu schnell ausgeführten Doppelklicks auf Regler setzen bei mir ein Fragezeichen. Die Software als "Lightroom-Killer" zu bezeichnen, ist daher für mich momentan noch sehr verfrüht.

Trotzdem sollte man den Entwicklern eine Chance geben. Die Software ist ohne Abo für einmalig etwa 70€ zu haben. Updates gibts auch ohne Aufpreis. Für Einsteiger also eine durchaus lohnende Alternative, zumal die wichtigsten Funktionen drin sind und die Bedienbarkeit intuitiv ist. Bereits mit wenigen Reglern erzielt man ein wirklich sehr gutes Ergebnis. Obendrauf gibts eine sehr klasse Möglichkeit, den Unterschied zwischen aktuellem Stand der Bearbeitung und Originaldatei sehr anschaulich nebeneinander zu sehen:

Der Vorher-Nachher-Viewer bei Luminar 3
Der Vorher-Nachher-Viewer bei Luminar 3

eIN UNMORALISCHES aNGEBOT

Das lukrative Geschäft mit Fotos

Als zahlendes Mitglied der Fotocommunity (fc) erwartet man, dass diese seinen Mitgliedern ein wenig Wertschätzung entgegenbringt wenn es darum geht mit anderen Partnern Deals zu machen. Nun war Kunst und Kultur bisher noch nie auf einem gut bezahlten Niveau, höchstens für einige marktorientierte Tralala-Typen aus dem Ballermann-Milieu oder Hipster-Fotografen mit trendigen Composings, die dem Zeitgeist Rechnung tragen...

Wie dem auch sei: Kürzlich erhielt ich eine Mail der fc mit der Anfrage, eines meiner Bilder über die Firma INFOSCREEN mit Nennung meines Namens bundesweit auf diversen Bahnhöfen zu veröffentlichen. Zuerst ist man da geschmeichelt. Jedoch folgte der Überlegung die Frage, wer da eigentlich verdient? In unserem auf Profit ausgerichteten Gesellschaftssystem  haben es Firmen mit bekannten Namen nicht gerade dadurch zu etwas gebracht, weil sie ihre Produkte verschenken. Werbeeinnahmen auf den großen Projektionsflächen sind natürlich eine der Haupteinnahmen in diesem Fall.

Aber bitteschön, man rechnet mit dem Präsentationsbedürfnis vieler Amateur-Fotografen und glaubt, hier durch ein schönes Bild die Aufmerksamkeit der Passanten nach einem langweiligen Werbespot wieder aufpolieren zu können. Dafür wird keines meiner Bilder zu haben sein. Mich würde interessieren, wieviel Prozent dieser Fotografen nach dem Veröffentlichen bei INFOSCREEN wirklich weitergekommen sind. Das Bild war offensichtlich gut genug öffentlich präsentiert zu werden, aber nicht gut genug, um auch nur einen müden Euro  dafür auszugeben. Das halte ich für in höchstem Maße unmoralisch. Meinen kostenpflichtigen Account bei der fc habe ich am selben Tag gekündigt.

 

Der Fotograf (und damit der Urheber) soll mit der Veröffentlichung seines Namens abgespeist werden. Schämt sich die Fotocommunity da nicht, bei diesem Deal den Fotografen übers Ohr zu hauen?

 

 

 

es folgt der Mail-Text:

Gratulation finnatic,

unser Kooperationspartner INFOSCREEN ist auf Dein Foto "Irish Footsteps #13" aufmerksam geworden. 
INFOSCREEN betreibt deutschlandweit Bildschirme in U- und S-Bahnstationen, Fernbahnhöfen,
Flughäfen und Shoppingcentern und zeigt hier in der Rubrik "Visionen" unter anderem großartige
Fotografien. INFOSCREEN möchte nun Dein Foto "Irish Footsteps #13" einem großen öffentlichen
Publikum präsentieren - sofern Du Dich bereit erklärst, Dein Foto für diesen Zweck unentgeltlich
zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich wird im Rahmen dieser Präsentation auch Dein Name
genannt. Die fotocommunity und INFOSCREEN betreiben seit dem Jahr 2006 eine Medienkooperation. Hierbei
stellt die fotocommunity der Infoscreen GmbH kostenfrei Bildinhalte zur Verfügung -
selbstverständlich nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Fotografen. Im Gegenzug
erhalten Mitglieder der fotocommunity die Gelegenheit, deutschlandweit mit Name und
Foto bekannt zu werden. Die Firma Infoscreen GmbH ist Marktführer für digitale Out-of-Home-Medien
in Deutschland. Die Auswahl Deines Fotos erfolgte durch INFOSCREEN. Wir benötigen nun Deine Zustimmung,
damit Dein Foto durch INFOSCREEN deutschlandweit präsentiert werden kann. Bitte folge diesem Link, um die Bildanfrage zu akzeptieren oder abzulehnen:
(an dieser Stelle folgt der Link) Für Rückfragen stehen wir Dir selbstverständlich zur Verfügung. ... Dein fotocommunity Team http://www.fotocommunity.de

 


Transport und Qualität bei Picanova

Ein Erfahrungsbericht

Fotodrucke auf Leinwand wirken edel. Mittlerweile ist dieses Material eines der von mir bevorzugten, da es nicht so spiegelt wie Fotos hinter Glas oder Acryl. Dass allerdings ein Nachdruck aufgrund eines Qualitätsmangels anders ausschaut als das ursprünlich gelieferte Exemplar, erscheint mir merkwürdig.

 

Die Druckerei Picanova bringt dies fertig! Von der selben hochgeladenen Datei gibt es zwei verschiedenfarbige Drucke.

Der Blau-Anteil differiert deutlich. Bei Produktfotografie wäre dies ein Grund zur Reklamation.

 

Zudem kann ich bei genanntem Anbieter auch auf Anfrage nicht den Versendedienstleister wählen. Das wäre allerdings notwendig, da bei einem der Dienstleister häufig Transportschäden zu beklagen waren und deshalb zunehmend häufig reklamiert werden musste.

Der sorgsame Umgang mit versendeten Waren sollte eigentlich überall Standard sein, ist es aber definitiv nicht!

 

Acryl-Bilder von Picanova können sich mitunter verbiegen wie ein 4K-Monitor. Grund könnte die zu dünne Materialstärke sein. Bei Dimensionen ab 60x40 cm ist Vorsicht geboten!

 

Ebenso schlagen die Spiegelaufhängungen mancher Acryl-Bilder nach einiger Zeit durch. Deshalb verwendet eine kleine Druckerei aus dem Kreis Fürstenfeldbruck schon keine dieser Befestigungen mehr. Das Problem dürften also auch andere große und überregionale Anbieter haben. Es wird allerdings nicht publiziert. Warum auch? Wer reklamiert, bekommt es meist ersetzt. Allerdings setze ich nun auf Ehrlichkeit und den persönlichen Kontakt vor Ort...Warum ich da nicht schon früher drauf gekommen bin? ;-)

Es gibt allerdings auch nicht wirklich eine Alternative für direkt bedruckte Acrylglasplatten. Bei Aludibond besteht dieses Problem nicht, da die Aluschicht zwischen Fotoschicht und Aufhängung liegt.

 


Das  Professionelle versagen einiger Professioneller Druckereien :

erschütterndes Halbwissen über ICC-Profile

Wer seine bearbeiteten Bilder als Fine Art Print drucken lassen möchte, steht vor der Wahl der vielen sich auf dem Markt tummelnden Anbieter. Fotopapier ist aber nicht gleich Fotopapier. Neben mattem und glänzendem Papier, Papier mit Baumwollbestandteilen, Barytpapier gibt es noch einige andere, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften haben. Sie nehmen die Tinte unterschiedlich stark auf, haben unterschiedliches Weiß... Die Druckmaschinen sollten das Papier also kennen, welches sie bedrucken. "Color Management" heißt das Zauberwort. Da braucht es Voreinstellungen (sogenannte Proofs), mit denen man ein Bild auf ein bestimmtes Papier vorbereiten kann, damit das fertige Bild genau so ausschaut wie das auf meinem Monitor.

 

Ein ICC-Profil (International Color Consortium; synonymer Begriff: Farbprofil) ist ein genormter Datensatz, der den Farbraum eines Farbeingabe- oder Farbwiedergabegeräts, z. B. Monitor, Drucker, Scanner etc. beschreibt.

 

Apropos Monitor: dieser sollte kalibriert werden, damit die Farbtemperatur und Helligkeit stimmen. Mancher hat bestimmt schon seine Fotos bei einem Drogeriemarkt ausdrucken lassen und war enttäuscht über Farben und Helligkeit. Genau dies wäre mit kalibriertem Monitor und  ICC-Profil nicht passiert. Denn auch Drogeriemärkte pfeifen auf beides.

 

Nun gibt es Anbieter, die auf ihrer Website diese ICC-Profile für ihr benutztes Papier zum Download anbieten. Genau das ist professionell.

 

"Bietet WhiteWall ein Color Management an (ICC Farbprofile)?

Ja, wir stellen Ihnen für jede Technik, mit der bei WhiteWall Prints, Abzüge und Echtfotobücher produziert werden, jeweils ein ICC-Profil zum Herunterladen zur Verfügung. Ziel eines konsequent eingesetzten Color Managements ist die möglichst authentische Wiedergabe einer Vorlage an einem beliebigen Ausgabegerät." (Zitat des Anbieters auf seiner Website)

 

 

Andere erzählen mir Märchen über ihre "Belichtungsmaschinen":

 

"Bietet Pixum Kalibrierungsmöglichkeiten, ICC-Farbprofile oder Testbilder?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Belichtungsmaschinen. Bei einer Bestellung ist vorab nicht abzusehen, welche Maschine für den Auftrag zum Einsatz kommen wird.

Wir können Ihnen daher keine Kalibrierungssoftware, ICC-Farbprofile oder Kalibrierungs-Testbilder anbieten, da diese jeweils auf die Belichtungsmaschine optimiert sein müssen." (Zitat des Anbieters auf seiner Website)

 

Natürlich muss jede Druckaschine das Profil des zu bedruckenden Papiers kennen!!! 

Wie soll sie denn sonst farbecht drucken?

 

...und nach Anfrage per Mail nochmals die Aussage:"Wie bereits erläutert, ist für das Anbieten von ICC- Profilen zwingend notwendig, dass vor der Bestellung klar ist, welche Maschine den Druck, bzw. die Entwicklung durchführen wird. Da wir mit zahlreichen Produktionsstätten arbeiten und im Vorhinein nicht voraussagen können, welche der Standorte die Produktion übernehmen wird, können wir leider keine ICC - Profile anbieten. Bei Anbietern mit nur einem Produktionsstandort ist dies möglich. "

 

 

Verstehe ich das richtig? Man kann mir kein konsequentes Color Management garantieren,

weil man mit Maschinen arbeitet, die das unter Umständen nicht beherrschen?

 

Zugute halten muss man dem Anbieter, dass er von diesen ICC-Profilen zumindest schon einmal gehört hat. Andere erwähnen sie nicht einmal. Ein Grund könnte sein, dass die Anbieter dem Kunden nicht zuviel Fachwissen abverlangen wollen.

Und Otto Normalverbraucher hat für solche Details eh kein Verständnis... Stimmt vielleicht. Aber dann bekommt er halt Bilder, die nur ungefähr seinen Vorstellungen entsprechen. Ein Lernprozess findet hier auf beiden Seiten nicht statt.

 

Oder seine Maschinen beherrschen das Einbinden von ICC-Profilen nicht. Dann wäre es nur ehrlich, dies auch dem Kunden mitzuteilen. Nur würde der Kunde dann merken, dass an der Qualität gespart wird. Doof, gell?

 

Wenn ihr also einen Fine Art Print in Auftrag gebt, schaut nach einem Anbieter, der ICC-Profile zum Download anbietet und prooft eure Bilder damit. Billiganbieter bieten keine ICC-Profile an. Dies ging auch aus einem Telefonat mit der Grafikdesignerin, Photoshop-Trainerin und Fotografin Marianne Deiters hervor. Bindet diese Profile in Lightroom und Photoshop ein. Möglicherweise können auch andere Bildbearbeitungsprogramme das. Nur Amateure arbeiten ohne ICC-Profile. Wer mehr dazu wissen möchte, kann mich gerne kontaktieren...


SCHOTTISCHE IMPRESSIONEN, Teil 2 (ISLE OF SKYE)


Der erste Nachmittag auf SKYE. Über Broadford ging es zielgerichtet zur Church of Kilchrist, besser bekannt unter "Cill Chriosd".

Die Ruine ist eine unter Fotografen bekannte Location. Nun stand die Sonne noch relativ hoch am Himmel, sodass eine passende Stimmung schwer umzusetzen war. Zudem fehlten mir zu diesem Zeitpunkt noch die inzwischen hochgeschätzten Rollei-Filter aus Gorilla-Glas. Einige Lämmer übten sich auf der Wiese vor der Ruine im Kampf. Auch ansonsten erinnerte alles an vergangene Zeiten.

 Es fehlte nur noch die Stimme einer gälischen Sängerin. Bei einsetzender abendlicher Stimmung fuhren wir die Single Track Road  ein kleines Stück Richtung Südwesten und so entstand dieses Foto der Bäume auf dem Hügel... Auch das ist SKYE.

 

In Portree angekommen ging es zu einem abendlichen Bummel durch die "Metropole" der Insel. Die Erinnerungen der kurzen Stippvisite im vergangenen Jahr waren noch ganz frisch. Alles kam einem sofort vertraut vor.

Fünf Tage und Nächte auf diesem einzigartig großen Hotspot, der sich ISLE OF SKYE nennt. Geil.

 


Ohne Fäden im Handgelenk wurde Kilt Rock erobert. Vom Dunvegan Castle des Clans McLeod zum Neist Point und um das dem Verfall preisgegebene Duntulm Castle führten uns weitere Exkursionen.

 

Unsere Tour zum Neist Point führte über eine lange Single Track Road, welche stückweise etwas renovierungsbedürftig ist. Nerven sollte man schon haben bei einigen unübersichtlichen Stellen. Die Landspitze als westlichster Punkt auf Skye hat natürlich ein Lighthouse. Ein Fußweg führt vom Parkplatz oberhalb dorthin. Das Lighthouse selbst ist in Betrieb. Früher hat es hier wohl auch mal ein Hotel gegeben. Die Anlagen sind allerdings mittlerweile sehr verwahrlost. Offene Türen gewähren einen Blick in die vermüllten Räume. Hier übernachtet niemend mehr freiwillig. Schade, denn der Fleck könnte eine Goldgrube sein.


Die Talisker Bay und die gleichnamige Distillery gehören geografisch nicht wirklich zusammen. Letztere befindet sich am Loch Harport, etwa 5 Meilen nordöstlich. Ohne Zweifel wird dort Scotch Whisky erster Klasse produziert. Mein erster "richtiger" war ein Talisker. Einziger Wermutstropfen für mich: Die Distillery gehört zu Diageo. Vielfalt geht aber besser ohne Großkonzerne. Wenn man bedenkt, dass etwa 50 Prozent aller Distillerien in der Speyside nur zwei Konzernen gehören, wird mir anders...

 

Lämmer und junge Hasen schienen diese Bucht annektiert zu haben. Kein Wunder, es war Frühling. :-)

 


Eine Wanderung vom Loch Langaig bis in Sichtweite des "Lonely Tree" unweit des Parkplatzes an der Strasse nach Uig eröffnete uns die Größe der geologischen Veränderungen, denen das Quiraing einst erlegen war. Tom Petty hatte hier vermutlich seine Inspiration zu "Into the Great Wide Open" ;-)   ...

Die Felsnadel nördlich des Quiraing, Old Man of Storr genannt kann man in etwa einer Stunde vom Parkplatz aus zu Fuß  erreichen. Auch mit meinem Handicap war dies möglich. Trotzdem musste ich vorsichtig sein, um bei losen Kieselsteinen auf dem Pfad nicht auszurutschen. Im See unterhalb der Felsnadel kann eine tolle Spiegelung des alten Herren bewundert werden. Wenn möglich, sollte man auch hier frühmorgens oder abends vor Ort sein, um die wundervollsten Stimmungen des Tages nicht zu verpassen.

 

Was wäre ein Besuch in Portree ohne einen Abend in einem Music-Pub. Das "Isles Inn" bietet mehrere Tage in der Woche Live-Music.

Da ich selbst vielseitig musikalisch unterwegs bin, war dieser Besuch eine sehr willkommene Bereicherung.

 

Da es in den letzten Wochen kaum geregnet hatte, riet man uns von einem Besuch der Fairy Pools ab: zu wenig Wasser. Aber vielleicht beim nächsten Mal...

 

(Fortsetzung Teil 3/Isle of Mull folgt in Kürze...)


SCHOTTISCHE IMPRESSIONEN, Teil 1 (HIGHLANDS)


Nun ist er verfasst, der erste Blog, eher die erste Kolumne. Es soll jedoch kein Diskussionsforum werden. Nicht, dass ich selbst nicht gern diskutiere. Meine Freunde wissen nur sehr gut, dass mein Redefluss manchmal nicht enden will. Einige erklärende Worte lasse ich hier dennoch zurück:

Ich bin entgegen dem allgegenwärtigen Hype auf Klicks der Ansicht, dass man sich Freundschaften nicht erklicken kann. Ohne persönlichen Kontakt ist das nicht wirklich realisierbar. Die Fotos sind auf dieser Seite das Wesentliche. Wenn ihr mich für Meinungen, Anfragen oder Vorschläge kontaktieren wollt, benutzt also gern das Kontaktformular. Vielleicht entwickelt sich so im Laufe der Zeit auch eine Freundschaft...


Mit anfangs fantastischem Wetter wartete Schottlands Hauptstadt uns auf. Sonnig und deshalb eigentlich nicht so typisch für jemand, der nicht zum ersten Mal in dieses Land kommt. Am Nachmittag zogen aber dann doch noch Wolken auf. Endlich Schottland...
Als Startpunkt für unseren Trip durch die Highlands wählten wir wie schon im vergangenen Jahr Edinburgh aus.  Diese Stadt gefällt uns sehr gut, auch ohne das Fringe Festival, welches in diesem Sommer zum 70sten Mal auf den Straßen der Metropole stattfindet.
Highstreet, Greyfiars Kirk und Grasmarket am frühen Morgen zu erleben hat fast etwas südländisches. Die Ladenbesitzer stellen ihre Auslagen heraus, die Cafes öffnen und haben sehr schnell ihre Kundschaft. Geschäftiges Treiben überall. Die ersten Piper locken mit ihren Standards Touristen an und die Kirchen sind aufgrund der tief stehenden Sonne, die ihre Strahlen duch die Fenster wirft noch heller als sonst. In den engen Gassen ist es etwas windstiller als auf den breiten Haupstraßen. Alte und neu besuchte Viewpoints der Stadt haben wir auf unserem Plan, der eigentlich nicht wirklich festgelegt wurde. Bewusst, weil diesmal der Stress eher keine Rolle spielen sollte. 

Für alle, die nicht gern laufen, aber trotzdem einen guten Überblick über die Stadt bekommen möchten ist der Calton Hill sicher eine ausgezeichnete Adresse. Große Teile der Stadt lassen sich von hier aus mit wenig Aufwand betrachten: das Edinburgh Castle mit seinen Häusern entlang der High Street, die Princess Street oder Arthurs Seat.

 

Bevor wir uns am Airport unseren Kleinwagen abholten, besuchten wir das "World's End". Ein saugemütlicher Pub, in dem man aber auch ganz gut speisen kann. Eine kleine Geschichte dazu:

Dieser Pub steht in zwei Stadtteilen von Edinburgh. In vergangenen Zeiten hatten die Stadtteile  unterschiedliche Schlusszeiten. So kam es, dass die Gäste einfach auf der anderen Seite innerhalb  des Ladenlokals Platz nahmen, um noch ein Dram (oder mehr) zu genießen.


Mit unserem gemieteten "Vauxhall" starteten wir in der Mittagszeit gen Stirling. Diesmal konnten wir  das Castle  besichtigen und verbrachten in seinen Mauern immerhin einige Stunden. Innen kann man einige Räume mit zeitgenössischem Inventar betreten und mit "Zeitzeugen" sprechen.

 

Einen Besuch der Church of the Holy Rude sowie des Wallace Monuments sollte man ebenso einplanen wie einen Bummel durch die Altstadt. Leider war auch in diesem Jahr zu wenig Zeit für alle Viewpoints.

Ein abendliches Dinner mit dem Tasting diverser Whiskies im "No. 2 Bakerstreet" hat diese Stippvisite dann abgerundet.


Die folgende Station führte uns nun in's Rannoch Moor, oder genauer gesagt nach Killin am Loch Tay. Ein Besuch der Edradour Distillery am Rande von Pitlochry lag schon rein aus "geistlichem" Grund auf dem Weg. Sie wirbt mit dem Anspruch, die kleinste auf schottischem Boden zu sein. Mittlerweile ist das zwar umstritten. Jedoch unterstütze ich lieber einen Abfüller (wie in diesem Fall Signatory), als den weltgrößten Spirituosenkonzern Diageo.

Der "Queen's View" westlich von Pitlochry bietet eine sehr schöne Aussicht auf Loch Tummel und sollte als Zwischenstop in keinem Reiseplan fehlen.

Außerdem besuchten wir am östlichen Ende des Loch Tay das Scottish Crannog Centre mit seinem historischen Rundhaus aus der Eisenzeit. Besucher können dort das Leben in dieser Zeit am eigenen Leib erfahren.
Das Haus ist aus Pfählen gebaut und steht mitten im Wasser.


Killin und Loch Tay selbst bieten einige Kleinode für Fotografen. Die Falls of Dochart sind auch bei wenig Wasser immer gut für eine Langzeitaufnahme. Außerdem kann man das etwas versteckte Finlarig Castle besichtigen. Die Ruine ist stark einsturzgefährdet und daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einen Spaziergang um die Gemäuer ist jedoch möglich. Bürgerliche und niederes Volk wurden an einer nahe gelegenen Eiche gehenkt. Nun, das tut aber der beeindruckenden Abendstimmung am Loch Tay keinen Abbruch.


Heute sind die Menschen hier auch viel netter als früher. Nach einer Operation mussten mir genau in dieser Zeit die Fäden gezogen werden. Monica vom "Dall Lodge Country House" hat uns schon im Vorfeld sehr engagiert unterstützt, um einen Termin beim örtlichen Medical Center wahrzunehmen. An dieser Stelle noch einmal sehr herzlichen Dank.


Den höchstgelegenen Berg der Region, den Ben Lawers mit seinem umzäunten Naturschutzgebiet lohnt es ebenso zu erwandern wie das nördlich liegende Glen Lyon mit vielen schönen Perspektiven und der "Poststation", in der man sehr gut speisen kann. Außerdem haben
die dortigen Singvögel keine Scheu, als Fotomodel bis auf weniger als einen halben Meter heranzukommen.


Rannoch Moor grenzt an das weittaus bekanntere Glen Coe. Da zitiere ich gern die Seite "myhilands.de" mit folgendem Wortlaut: "Rannoch Moor ist Wildnis in Reinform. Schlecht fürs Wohnen, aber gut für die Augen." Besser kann man es kaum schildern.
Die Einsamkeit am Loch Ossian ist noch viel intensiver als bei manch anderem Fleck in Schottland. Kein Auto, kein urbaner Lärm. So muss es vor der Industrialisierung überall auf der Erde gewesen sein. Die wenigen Züge, welche an der Corrour Station
halten, sind eine absolute Ausnahme. Von der Rannoch Moor Station aus ist man bequem in 20 Minuten dort.


Das Glen Coe hat historisch betrachtet eine schlimme Vergangenheit (egal welcher Version man glauben darf) und wird von Touristenbussen auch deshalb regelmäßig  heimgesucht. Diese Touristen sind aber am aufgestellten Denkmal im Ort
kaum anzutreffen. Sie stehen lieber an der Straße durch's Tal an diversen Rastplätzen und fotografieren dichtgedrängt die "Three Sisters" und sich selbst. Das haben wir uns in diesem Jahr verkniffen, auch der allzu grellen Kontraste in der Mittagszeit wegen.
Am Parkplatz "Buachaille Etive Mor" ist da schon etwas weniger Betrieb. Auf dem Weg zu dem einzelstehenden Haus wird von einer jungen Frau ein Zelt aufgebaut. Scheinbar ist diese darin noch nicht so erfahren, denn auf unserem Rückweg ist sie damit noch nicht sichtbar weitergekommen. Wir können nur hoffen, dass sie die Nacht nicht unter freiem Himmel zubringen muss...

 

Zum Glen Etive zweigt man von dieser Hauptstraße Richtung Süden kurz nach dem "Buachaille Etive Mor" rechts ab. Eine Single Track Road führt immer in sichtbarer Nähe zum River Etive entlang, der sich über kleine Falls den Weg hinab bahnt. Wir lassen irgendwann an einem großen Passing Place das Auto stehen und laufen ein Stück des Weges. Immer wieder sehen wir Camper unten am Wasser, die sich für die Nacht einrichten. Wildes Campen ist in Schottland meist erlaubt. Nach ein paar hundert Metern werkelt einer von ihnen an seinen Kofferraum. Wir sehen wohl etwas ratlos aus und so spricht er uns an. Ob wir den Wasserfall suchen? Er erklärt  uns den Weg. Ich teile ihm im Laufe des Gesprächs mit, dass ich Fotos machen möchte, aber mein Tripod leider im B&B vergessen habe. Es stellt sich heraus, dass er Profifotograf ist und Tom Docherty heißt. Er bietet mir an, sein Tripod zu leihen. Völlig überrascht von soviel Herzlichkeit machen wir uns also auf den Weg und können diesen sehr imposanten kleinen Wasserfall fotografieren , an dem wohl auch James Bond schon gestanden haben mag...


Castles hat Schottland wie Sand am Meer. Viele sind bekannt, andere wachsen zwischen Bäumen und Sträuchern ein und werden bald nicht mehr gefunden. Auf unserem Weg zur Isle of Skye hielten wir am Castle Stalker. Auf einer Insel unweit der Küste im Loch Linnhe ist es auch bei Sonnenschein ein imposantes Bauwerk. Schade nur, dass der Küstenstreifen auf dem Festland mehr als stiefmütterlich gehalten wird. Ein Bauer betreibt dort Viehzucht und fährt mit seinem Traktor auf der eingezäunten Wiese hin und her. Dahinter unterhält die Straßenmeisterei einen Platz für ihre Materialien und zuguterletzt wuchert überall entlang der alten Eisenbahnlinie das Grün in alle Richtungen. Vielleicht waren auch deshalb nie mehr als ein halbes Dutzend Besucher im Umfeld des Castles.

 

Im letzten Jahr mussten wir am Fährhafen Mallaig umkehren, weil wir nicht reserviert hatten. In diesem Jahr buchten wir online und so brachte uns die Fähre auf die Isle of Skye.


Auf der Straße nach Portree sieht man schon nach kurzer Zeit einen kleinen Gebäudekomplex mit einem Türmchen, nahe an der Küste. Jedem Kenner des schottischen Spirits ist sofort klar, um welche Art von Gebäude es sich handelt. Auf Skye entsteht seit einiger Zeit eine neue Distillery. Das ist zunächst nichts ungewöhnliches für diesen Landstrich. Doch auf Skye ist es doch schon eine kleine Sensation. Hier residierte  bisher einzig die Talisker Distillery. Seit dem Frühjahr nun produziert man (zunächst wohl testweise) in der neuen "Torabhaig"-Distillery schon die ersten Tropfen und richtet die Außenanlagen für zukünftige Besucher her. Einen wirklich tollen Fleck haben die Betreiber sich da ausgesucht. Der Blick auf die Bucht und das Festland ist traumhaft. Wir kommen dann in etwa drei Jahren noch einmal zum ersten Tasting in das dann hoffentlich geöffnete Visitor Centre...  ;-)


Fortsetzung folgt oben...