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Bildbearbeitung

Die Profiliga

Nun kann man geteilter Meinung sein, welche Bildbearbeitungssoftware die beste ist. Da spielt für einige wohl auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Und wer meint, dass man seine Bilder nicht bearbeiten muss, kann sich gerne mal über den Unterschied beim Fotografieren mit RAW und jpeg informieren. Jedem sollte bewusst sein, dass jpeg ein datenreduziertes Format ist und in der Kamera einigen automatischen Korrekturen unterliegt, welche nicht rückgängig gemacht werden können. Allein der Unterschied im Farbumfang von RAW im Gegensatz zu jpeg ist gewaltig, wie  man gut auf der folgenden Grafik erkennen kann. Aber Ansprüche sind halt verschieden...

Bei der Bildbearbeitung zeigt sich wie auch oft anderswo, dass Qualität ihren Preis hat.

Das Foto-Abo von Adobe Lightroom Classic (inklusive Photoshop) schlägt mit etwa 12 € monatlich zu Buche, die Kaufversion von Capture One Pro 12 (C1)  mit etwa 330 €. Bei beiden Anbietern ist mir allerdings in all der Zeit nicht ein einziges Mal irgendein Bug untergekommen. Unter diesem Aspekt lichtet sich dann schon mal das Angebot auf dem Markt...

 

Nachdem ich nun ein paar Jahre mit Adobe Lightroom und Photoshop gearbeitet habe,  ließ mich die Empfehlung aus Fachkreisen jetzt auch C1 ausprobieren.

 

Mittlerweile halte ich C1 für die beste und schnellste Software, wenn es lediglich darum geht, individuell Fotos mit wenig Aufwand zu bearbeiten und dabei maximalen Erfolg zu haben. Ein Bild lebt von den Farben und der darin enthaltenen Stimmung. C1 bietet wie keine andere Software die detailliertesten Möglichkeiten der selektiven Farbkorrektur. Dieses Werkzeug ist grandios mächtig und erspart viel Zeit. 

 

Mit dem Farbeditor kann man unter dem Reiter "Erweitert" jede Stelle des Bildes anklicken und den Farbbereich in Sättigung und Luminanz verändern. Über die Ebenenfunktion bearbeitet man spezielle Teile des Bildes, nachdem man sie  mit einem Pinsel markiert hat. Weiterhin kann der Farbbereich im Farbkreis präzise eingegrenzt werden, sodass die Nuancen der Änderung ganz fein ausfallen. 

Auch die in LR bekannten und beliebten Features wie z. Bsp. das Einfügen eines Wasserzeichens lassen sich hier bequem umsetzen. Verständlicherweise muss man manchmal die eine oder andere Funktion erst suchen, da das Layout von anderen kreativen Köpfen gestaltet wird.

Register und Werkzeuge sind in C1 nicht starr angeordnet und können in Reihenfolge und Position rechts oder links vom zu bearbeitenden Foto positioniert werden. Arbeit an zwei Monitoren oder im Lightroom-Stil? Kein Problem. Mit den bereits enthaltenen Vorgaben schaltet man das gewünschte mit einem Klick. Weiterhin punktet C1 mit Ebenen. Generell lässt der Funktionsumfang aber in beiden Programmen kaum Wünsche offen.

 

Prinzipiell ist mein Bild in C1 schneller fertig als in jeder anderen Software, da ich mit wenigen Reglern und dem Verzicht auf externe Plugins wie etwa die NIK Filter weniger Zeit brauche.  Das bedeutet aber nicht, dass ich auf Adobe Lightroom und Photoshop verzichten werde, denn auch hier gibt es eine Reihe von Features, die ich nicht missen möchte.

 

Eine Funktion in C1 macht das Entwickler-Team aber so richtig sympathisch: Man kann hier nämlich Lightroom-Kataloge mit allen Einstellungen importieren! Da sollten sich andere Mitbewerber eine Scheibe abschneiden...

 

Noch eine letzte Bemerkung: Ich bekomme durch das Schreiben dieser Kolumne von keiner der oben erwähnten Firmen auch nur einen müden Euro. Wer einen ausreichend ausgestatteten Rechner hat und die Software immer aktuell hält, wer darüber hinaus keine zweifelhafte Software installiert, welche das Betriebssystem lähmt, kann mit LR und C1 in kurzer Zeit professionelle Ergebnisse erzielen. Deshalb arbeitet auch der weitaus größte Teil der Profis mit mindestens einem der beiden Programme, viele sogar mit beiden. Das hat einen logischen Grund: Wer damit Geld verdienen muss, braucht professionelle Software, die Spaß macht und alles bietet, ohne durch Bugs zu punkten. Aber auch eine einwandfreie Programmentwicklung kostet die Entwickler-Teams Zeit und Geld. Unfertige Software aus Billiglohnland mit Bug-Kolonien im Quellcode ist bereits für einen Apfel ohne Ei zu haben. Das Gejammer über teure Bildbearbeitungssoftware kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Die dritte von mir benutze Software ist Skylum Luminar 4, welche seit dem 11.11.2019 für Vorabbesteller mit geliftetem Design und  leicht verbesserter Performance aufwartet. Die Software startet nun um einiges schneller und macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Große Bibliotheken öffnen allerdings immer noch etwas zäh.

 

Neu sind einige KI-Filter, unter anderem der All Sky Replacement-Filter, welcher  den originalen Himmel mit wenigen Klicks komplett gegen einen der im Filter angebotenen oder eigene fotografierte Himmel austauschen kann.

Das ist dann zwar nicht mehr das Foto, welches man vor Ort gemacht hat. Doch kann der eine oder andere verzweifelte Hobbyfotograf wieder lächeln, wenn der besuchte Viewpoint an diesem einen Besuchstagag im Einheitsgrau daherkam...Immer klappt das allerdings nicht zufriedenstellend, weil Teile des "alten" Himmels gelegentlich durchscheinen und auch durch die vorhandenen Regler nicht verbessert werden können.

Da sollte man bei Skylum noch nachbessern und beispielsweise den von der Software erkannten Originalhimmel komplett ausblenden.

Der Vorher-Nachher-Viewer bei Luminar 4
Der Vorher-Nachher-Viewer bei Luminar 4

eIN UNMORALISCHES aNGEBOT

Das lukrative Geschäft mit Fotos

Als zahlendes Mitglied der Fotocommunity (fc) erwartet man, dass diese ihren Mitgliedern ein wenig Wertschätzung entgegenbringt wenn es darum geht mit anderen Partnern Deals zu machen. Nun war Kunst und Kultur bisher noch nie auf einem gut bezahlten Niveau, höchstens für einige Konzerne der Branche...Gier ist geil.

Im Sommer 2019 erhielt ich eine Mail der fc mit der Anfrage, eines meiner Bilder über die Firma INFOSCREEN mit Nennung meines Namens bundesweit auf diversen Bahnhöfen zu veröffentlichen. Zuerst ist man da geschmeichelt. Jedoch folgte der Überlegung die Frage, wer da eigentlich verdient? In unserem auf Profit ausgerichteten Gesellschaftssystem  haben es Firmen mit bekannten Namen nicht gerade dadurch zu etwas gebracht, weil sie ihre Produkte verschenken. Werbeeinnahmen auf den großen Projektionsflächen sind natürlich eine der Haupteinnahmen in diesem Fall.

Aber man rechnet mit dem Präsentationsbedürfnis vieler Amateur-Fotografen und glaubt, hier durch ein schönes Bild die Aufmerksamkeit der Passanten nach einem langweiligen Werbespot wieder aufpolieren zu können. Dafür wird keines meiner Bilder zu haben sein. Mich würde interessieren, wieviel Prozent dieser Fotografen nach dem Veröffentlichen bei INFOSCREEN wirklich weitergekommen sind. Mein Bild war offensichtlich gut genug öffentlich präsentiert zu werden, aber nicht gut genug, um auch nur einen müden Euro  dafür auszugeben. Das halte ich für in höchstem Maße unmoralisch. Einem kostenpflichtigen Account sowohl bei der fc als auch bei anderen Communities stehe ich mittlerweile äußerst skeptisch gegenüber.

 

Der Fotograf (und damit der Urheber) soll mit der Veröffentlichung seines Namens abgespeist werden. Schämt sich die Fotocommunity nicht, bei diesem Deal den Fotografen übers Ohr zu hauen?


Transport und Qualität bei Picanova

Ein Erfahrungsbericht

Fotodrucke auf Leinwand wirken edel. Mittlerweile ist dieses Material eines der von mir bevorzugten, da es nicht so spiegelt wie Fotos hinter Glas oder Acryl. Dass allerdings ein Nachdruck aufgrund eines Qualitätsmangels anders ausschaut als das ursprünlich gelieferte Exemplar, erscheint mir merkwürdig.

 

Die Druckerei Picanova bringt dies fertig! Von der selben hochgeladenen Datei gibt es zwei verschiedenfarbige Drucke.

Der Blau-Anteil differiert deutlich. Bei Produktfotografie wäre dies ein Grund zur Reklamation.

 

Zudem kann ich bei genanntem Anbieter auch auf Anfrage nicht den Versendedienstleister wählen. Das wäre allerdings notwendig, da bei einem der Dienstleister häufig Transportschäden zu beklagen waren und deshalb zunehmend häufig reklamiert werden musste.

Der sorgsame Umgang mit versendeten Waren sollte eigentlich überall Standard sein, ist es aber definitiv nicht!

 

Acryl-Bilder von Picanova können sich mitunter verbiegen. Grund könnte die zu dünne Materialstärke sein. Bei Dimensionen ab 60x40 cm ist Vorsicht geboten!

 

Ebenso schlagen die Spiegelaufhängungen mancher Acryl-Bilder nach einiger Zeit durch. Deshalb verwendet eine kleine Druckerei aus dem Kreis Fürstenfeldbruck schon keine dieser Befestigungen mehr. Das Problem dürften also auch andere große und überregionale Anbieter haben. Es wird allerdings nicht publiziert. Warum auch? Wer reklamiert, bekommt es meist ersetzt. Allerdings setze ich nun auf Ehrlichkeit und den persönlichen Kontakt vor Ort...Warum ich da nicht schon früher drauf gekommen bin? ;-)

Bei Aludibond oder Aludibond-Acryl-Kombinationen besteht dieses Problem nicht, da die Aluschicht zwischen Fotoschicht und Aufhängung liegt.

 


Das  Professionelle versagen einer Professionellen Druckerei :

erschütterndes Halbwissen über ICC-Profile

Wer seine bearbeiteten Bilder als Fine Art Print drucken lassen möchte, steht vor der Wahl der vielen sich auf dem Markt tummelnden Anbieter. Fotopapier ist aber nicht gleich Fotopapier. Neben mattem und glänzendem Papier, Papier mit Baumwollbestandteilen, Barytpapier gibt es noch einige andere, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften haben. Sie nehmen die Tinte unterschiedlich stark auf, haben unterschiedliches Weiß... Die Druckmaschinen sollten das Papier also kennen, welches sie bedrucken. "Color Management" heißt das Zauberwort. Da braucht es Voreinstellungen (sogenannte Proofs), mit denen man ein Bild auf ein bestimmtes Papier vorbereiten kann, damit das fertige Bild genau so ausschaut wie das auf meinem Monitor.

 

Ein ICC-Profil (International Color Consortium; synonymer Begriff: Farbprofil) ist ein genormter Datensatz, der den Farbraum eines Farbeingabe- oder Farbwiedergabegeräts, z. B. Monitor, Drucker, Scanner etc. beschreibt.

 

Apropos Monitor: dieser sollte kalibriert werden, damit die Farbtemperatur und Helligkeit stimmen. Mancher hat bestimmt schon seine Fotos bei einem Drogeriemarkt ausdrucken lassen und war enttäuscht über Farben und Helligkeit. Genau dies wäre mit kalibriertem Monitor und  ICC-Profil nicht passiert. Denn auch Drogeriemärkte pfeifen auf beides.

 

Nun gibt es Anbieter, die auf ihrer Website diese ICC-Profile für ihr benutztes Papier zum Download anbieten. Genau das ist professionell.

 

"Bietet WhiteWall ein Color Management an (ICC Farbprofile)?

Ja, wir stellen Ihnen für jede Technik, mit der bei WhiteWall Prints, Abzüge und Echtfotobücher produziert werden, jeweils ein ICC-Profil zum Herunterladen zur Verfügung. Ziel eines konsequent eingesetzten Color Managements ist die möglichst authentische Wiedergabe einer Vorlage an einem beliebigen Ausgabegerät." (Zitat des Anbieters auf seiner Website)

 

 

Andere erzählen mir Märchen über ihre "Belichtungsmaschinen":

 

"Bietet Pixum Kalibrierungsmöglichkeiten, ICC-Farbprofile oder Testbilder?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Belichtungsmaschinen. Bei einer Bestellung ist vorab nicht abzusehen, welche Maschine für den Auftrag zum Einsatz kommen wird.

Wir können Ihnen daher keine Kalibrierungssoftware, ICC-Farbprofile oder Kalibrierungs-Testbilder anbieten, da diese jeweils auf die Belichtungsmaschine optimiert sein müssen." (Zitat des Anbieters auf seiner Website)

 

Natürlich muss jede Druckaschine das Profil des zu bedruckenden Papiers kennen!!! 

Wie soll sie denn sonst farbecht drucken?

 

...und nach Anfrage per Mail nochmals die Aussage:"Wie bereits erläutert, ist für das Anbieten von ICC- Profilen zwingend notwendig, dass vor der Bestellung klar ist, welche Maschine den Druck, bzw. die Entwicklung durchführen wird. Da wir mit zahlreichen Produktionsstätten arbeiten und im Vorhinein nicht voraussagen können, welche der Standorte die Produktion übernehmen wird, können wir leider keine ICC - Profile anbieten. Bei Anbietern mit nur einem Produktionsstandort ist dies möglich. "

 

 

Verstehe ich das richtig? Man kann mir kein konsequentes Color Management garantieren,

weil man mit Maschinen arbeitet, die das unter Umständen nicht beherrschen?

 

Zugute halten muss man dem Anbieter, dass er von diesen ICC-Profilen zumindest schon einmal gehört hat. Andere erwähnen sie nicht einmal. Ein Grund könnte sein, dass die Anbieter dem Kunden nicht zuviel Fachwissen abverlangen wollen.

Und Otto Normalverbraucher hat für solche Details eh kein Verständnis... Stimmt vielleicht. Aber dann bekommt er halt Bilder, die nur ungefähr seinen Vorstellungen entsprechen. Ein Lernprozess findet hier auf beiden Seiten nicht statt.

 

Oder seine Maschinen beherrschen das Einbinden von ICC-Profilen nicht. Dann wäre es nur ehrlich, dies auch dem Kunden mitzuteilen. Nur würde der Kunde dann merken, dass an der Qualität gespart wird. Doof, gell?

 

Wenn ihr also einen Fine Art Print in Auftrag gebt, schaut nach einem Anbieter, der ICC-Profile zum Download anbietet und prooft eure Bilder damit. Billiganbieter bieten keine ICC-Profile an. Dies ging auch aus einem Telefonat mit der Grafikdesignerin, Photoshop-Trainerin und Fotografin Marianne Deiters hervor. Bindet diese Profile in Lightroom und Photoshop ein. Möglicherweise können auch andere Bildbearbeitungsprogramme das. Nur Amateure arbeiten ohne ICC-Profile. Wer mehr dazu wissen möchte, kann mich gerne kontaktieren...


SCHOTTISCHE IMPRESSIONEN, Teil 2 (ISLE OF SKYE)


Der erste Nachmittag auf SKYE. Über Broadford ging es zielgerichtet zur Church of Kilchrist, besser bekannt unter "Cill Chriosd".

Die Ruine ist eine unter Fotografen bekannte Location. Nun stand die Sonne noch relativ hoch am Himmel, sodass eine passende Stimmung schwer umzusetzen war. Zudem fehlten mir zu diesem Zeitpunkt noch die inzwischen hochgeschätzten Rollei-Filter aus Gorilla-Glas. Einige Lämmer übten sich auf der Wiese vor der Ruine im Kampf. Auch ansonsten erinnerte alles an vergangene Zeiten.

 Es fehlte nur noch die Stimme einer gälischen Sängerin. Bei einsetzender abendlicher Stimmung fuhren wir die Single Track Road  ein kleines Stück Richtung Südwesten und so entstand dieses Foto der Bäume auf dem Hügel... Auch das ist SKYE.

 

In Portree angekommen ging es zu einem abendlichen Bummel durch die "Metropole" der Insel. Die Erinnerungen der kurzen Stippvisite im vergangenen Jahr waren noch ganz frisch. Alles kam einem sofort vertraut vor.

Fünf Tage und Nächte auf diesem einzigartig großen Hotspot, der sich ISLE OF SKYE nennt. Geil.

 


Ohne Fäden im Handgelenk wurde Kilt Rock erobert. Vom Dunvegan Castle des Clans McLeod zum Neist Point und um das dem Verfall preisgegebene Duntulm Castle führten uns weitere Exkursionen.

 

Unsere Tour zum Neist Point führte über eine lange Single Track Road, welche stückweise etwas renovierungsbedürftig ist. Nerven sollte man schon haben bei einigen unübersichtlichen Stellen. Die Landspitze als westlichster Punkt auf Skye hat natürlich ein Lighthouse. Ein Fußweg führt vom Parkplatz oberhalb dorthin. Das Lighthouse selbst ist in Betrieb. Früher hat es hier wohl auch mal ein Hotel gegeben. Die Anlagen sind allerdings mittlerweile sehr verwahrlost. Offene Türen gewähren einen Blick in die vermüllten Räume. Hier übernachtet niemend mehr freiwillig. Schade, denn der Fleck könnte eine Goldgrube sein.


Die Talisker Bay und die gleichnamige Distillery gehören geografisch nicht wirklich zusammen. Letztere befindet sich am Loch Harport, etwa 5 Meilen nordöstlich. Ohne Zweifel wird dort Scotch Whisky erster Klasse produziert. Mein erster "richtiger" war ein Talisker. Einziger Wermutstropfen für mich: Die Distillery gehört zu Diageo. Vielfalt geht aber besser ohne Großkonzerne. Wenn man bedenkt, dass etwa 50 Prozent aller Distillerien in der Speyside nur zwei Konzernen gehören, wird mir anders...

 

Lämmer und junge Hasen schienen diese Bucht annektiert zu haben. Kein Wunder, es war Frühling. :-)

 


Eine Wanderung vom Loch Langaig bis in Sichtweite des "Lonely Tree" unweit des Parkplatzes an der Strasse nach Uig eröffnete uns die Größe der geologischen Veränderungen, denen das Quiraing einst erlegen war. Tom Petty hatte hier vermutlich seine Inspiration zu "Into the Great Wide Open" ;-)   ...

Die Felsnadel nördlich des Quiraing, Old Man of Storr genannt kann man in etwa einer Stunde vom Parkplatz aus zu Fuß  erreichen. Auch mit meinem Handicap war dies möglich. Trotzdem musste ich vorsichtig sein, um bei losen Kieselsteinen auf dem Pfad nicht auszurutschen. Im See unterhalb der Felsnadel kann eine tolle Spiegelung des alten Herren bewundert werden. Wenn möglich, sollte man auch hier frühmorgens oder abends vor Ort sein, um die wundervollsten Stimmungen des Tages nicht zu verpassen.

 

Was wäre ein Besuch in Portree ohne einen Abend in einem Music-Pub. Das "Isles Inn" bietet mehrere Tage in der Woche Live-Music.

Da ich selbst vielseitig musikalisch unterwegs bin, war dieser Besuch eine sehr willkommene Bereicherung.

 

Da es in den letzten Wochen kaum geregnet hatte, riet man uns von einem Besuch der Fairy Pools ab: zu wenig Wasser. Aber vielleicht beim nächsten Mal...

 


SCHOTTISCHE IMPRESSIONEN, Teil 1 (HIGHLANDS)


Nun ist er verfasst, der erste Blog, eher die erste Kolumne. Es soll jedoch kein Diskussionsforum werden. Nicht, dass ich selbst nicht gern diskutiere. Meine Freunde wissen nur sehr gut, dass mein Redefluss manchmal nicht enden will. Einige erklärende Worte lasse ich hier dennoch zurück:

Ich bin entgegen dem allgegenwärtigen Hype auf Klicks der Ansicht, dass man sich Freundschaften nicht erklicken kann. Ohne persönlichen Kontakt ist das nicht wirklich realisierbar. Die Fotos sind auf dieser Seite das Wesentliche. Wenn ihr mich für Meinungen, Anfragen oder Vorschläge kontaktieren wollt, benutzt also gern das Kontaktformular. Vielleicht entwickelt sich so im Laufe der Zeit auch eine Freundschaft...


Mit anfangs fantastischem Wetter wartete Schottlands Hauptstadt uns auf. Sonnig und deshalb eigentlich nicht so typisch für jemand, der nicht zum ersten Mal in dieses Land kommt. Am Nachmittag zogen aber dann doch noch Wolken auf. Endlich Schottland...
Als Startpunkt für unseren Trip durch die Highlands wählten wir wie schon im vergangenen Jahr Edinburgh aus.  Diese Stadt gefällt uns sehr gut, auch ohne das Fringe Festival, welches in diesem Sommer zum 70sten Mal auf den Straßen der Metropole stattfindet.
Highstreet, Greyfiars Kirk und Grasmarket am frühen Morgen zu erleben hat fast etwas südländisches. Die Ladenbesitzer stellen ihre Auslagen heraus, die Cafes öffnen und haben sehr schnell ihre Kundschaft. Geschäftiges Treiben überall. Die ersten Piper locken mit ihren Standards Touristen an und die Kirchen sind aufgrund der tief stehenden Sonne, die ihre Strahlen duch die Fenster wirft noch heller als sonst. In den engen Gassen ist es etwas windstiller als auf den breiten Haupstraßen. Alte und neu besuchte Viewpoints der Stadt haben wir auf unserem Plan, der eigentlich nicht wirklich festgelegt wurde. Bewusst, weil diesmal der Stress eher keine Rolle spielen sollte. 

Für alle, die nicht gern laufen, aber trotzdem einen guten Überblick über die Stadt bekommen möchten ist der Calton Hill sicher eine ausgezeichnete Adresse. Große Teile der Stadt lassen sich von hier aus mit wenig Aufwand betrachten: das Edinburgh Castle mit seinen Häusern entlang der High Street, die Princess Street oder Arthurs Seat.

 

Bevor wir uns am Airport unseren Kleinwagen abholten, besuchten wir das "World's End". Ein saugemütlicher Pub, in dem man aber auch ganz gut speisen kann. Eine kleine Geschichte dazu:

Dieser Pub steht in zwei Stadtteilen von Edinburgh. In vergangenen Zeiten hatten die Stadtteile  unterschiedliche Schlusszeiten. So kam es, dass die Gäste einfach auf der anderen Seite innerhalb  des Ladenlokals Platz nahmen, um noch ein Dram (oder mehr) zu genießen.


Mit unserem gemieteten "Vauxhall" starteten wir in der Mittagszeit gen Stirling. Diesmal konnten wir  das Castle  besichtigen und verbrachten in seinen Mauern immerhin einige Stunden. Innen kann man einige Räume mit zeitgenössischem Inventar betreten und mit "Zeitzeugen" sprechen.

 

Einen Besuch der Church of the Holy Rude sowie des Wallace Monuments sollte man ebenso einplanen wie einen Bummel durch die Altstadt. Leider war auch in diesem Jahr zu wenig Zeit für alle Viewpoints.

Ein abendliches Dinner mit dem Tasting diverser Whiskies im "No. 2 Bakerstreet" hat diese Stippvisite dann abgerundet.


Die folgende Station führte uns nun in's Rannoch Moor, oder genauer gesagt nach Killin am Loch Tay. Ein Besuch der Edradour Distillery am Rande von Pitlochry lag schon rein aus "geistlichem" Grund auf dem Weg. Sie wirbt mit dem Anspruch, die kleinste auf schottischem Boden zu sein. Mittlerweile ist das zwar umstritten. Jedoch unterstütze ich lieber einen Abfüller (wie in diesem Fall Signatory), als den weltgrößten Spirituosenkonzern Diageo.

Der "Queen's View" westlich von Pitlochry bietet eine sehr schöne Aussicht auf Loch Tummel und sollte als Zwischenstop in keinem Reiseplan fehlen.

Außerdem besuchten wir am östlichen Ende des Loch Tay das Scottish Crannog Centre mit seinem historischen Rundhaus aus der Eisenzeit. Besucher können dort das Leben in dieser Zeit am eigenen Leib erfahren.
Das Haus ist aus Pfählen gebaut und steht mitten im Wasser.


Killin und Loch Tay selbst bieten einige Kleinode für Fotografen. Die Falls of Dochart sind auch bei wenig Wasser immer gut für eine Langzeitaufnahme. Außerdem kann man das etwas versteckte Finlarig Castle besichtigen. Die Ruine ist stark einsturzgefährdet und daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einen Spaziergang um die Gemäuer ist jedoch möglich. Bürgerliche und niederes Volk wurden an einer nahe gelegenen Eiche gehenkt. Nun, das tut aber der beeindruckenden Abendstimmung am Loch Tay keinen Abbruch.


Heute sind die Menschen hier auch viel netter als früher. Nach einer Operation mussten mir genau in dieser Zeit die Fäden gezogen werden. Monica vom "Dall Lodge Country House" hat uns schon im Vorfeld sehr engagiert unterstützt, um einen Termin beim örtlichen Medical Center wahrzunehmen. An dieser Stelle noch einmal sehr herzlichen Dank.


Den höchstgelegenen Berg der Region, den Ben Lawers mit seinem umzäunten Naturschutzgebiet lohnt es ebenso zu erwandern wie das nördlich liegende Glen Lyon mit vielen schönen Perspektiven und der "Poststation", in der man sehr gut speisen kann. Außerdem haben
die dortigen Singvögel keine Scheu, als Fotomodel bis auf weniger als einen halben Meter heranzukommen.


Rannoch Moor grenzt an das weittaus bekanntere Glen Coe. Da zitiere ich gern die Seite "myhilands.de" mit folgendem Wortlaut: "Rannoch Moor ist Wildnis in Reinform. Schlecht fürs Wohnen, aber gut für die Augen." Besser kann man es kaum schildern.
Die Einsamkeit am Loch Ossian ist noch viel intensiver als bei manch anderem Fleck in Schottland. Kein Auto, kein urbaner Lärm. So muss es vor der Industrialisierung überall auf der Erde gewesen sein. Die wenigen Züge, welche an der Corrour Station
halten, sind eine absolute Ausnahme. Von der Rannoch Moor Station aus ist man bequem in 20 Minuten dort.


Das Glen Coe hat historisch betrachtet eine schlimme Vergangenheit (egal welcher Version man glauben darf) und wird von Touristenbussen auch deshalb regelmäßig  heimgesucht. Diese Touristen sind aber am aufgestellten Denkmal im Ort
kaum anzutreffen. Sie stehen lieber an der Straße durch's Tal an diversen Rastplätzen und fotografieren dichtgedrängt die "Three Sisters" und sich selbst. Das haben wir uns in diesem Jahr verkniffen, auch der allzu grellen Kontraste in der Mittagszeit wegen.
Am Parkplatz "Buachaille Etive Mor" ist da schon etwas weniger Betrieb. Auf dem Weg zu dem einzelstehenden Haus wird von einer jungen Frau ein Zelt aufgebaut. Scheinbar ist diese darin noch nicht so erfahren, denn auf unserem Rückweg ist sie damit noch nicht sichtbar weitergekommen. Wir können nur hoffen, dass sie die Nacht nicht unter freiem Himmel zubringen muss...

 

Zum Glen Etive zweigt man von dieser Hauptstraße Richtung Süden kurz nach dem "Buachaille Etive Mor" rechts ab. Eine Single Track Road führt immer in sichtbarer Nähe zum River Etive entlang, der sich über kleine Falls den Weg hinab bahnt. Wir lassen irgendwann an einem großen Passing Place das Auto stehen und laufen ein Stück des Weges. Immer wieder sehen wir Camper unten am Wasser, die sich für die Nacht einrichten. Wildes Campen ist in Schottland meist erlaubt. Nach ein paar hundert Metern werkelt einer von ihnen an seinen Kofferraum. Wir sehen wohl etwas ratlos aus und so spricht er uns an. Ob wir den Wasserfall suchen? Er erklärt  uns den Weg. Ich teile ihm im Laufe des Gesprächs mit, dass ich Fotos machen möchte, aber mein Tripod leider im B&B vergessen habe. Es stellt sich heraus, dass er Profifotograf ist und Tom Docherty heißt. Er bietet mir an, sein Tripod zu leihen. Völlig überrascht von soviel Herzlichkeit machen wir uns also auf den Weg und können diesen sehr imposanten kleinen Wasserfall fotografieren , an dem wohl auch James Bond schon gestanden haben mag...


Castles hat Schottland wie Sand am Meer. Viele sind bekannt, andere wachsen zwischen Bäumen und Sträuchern ein und werden bald nicht mehr gefunden. Auf unserem Weg zur Isle of Skye hielten wir am Castle Stalker. Auf einer Insel unweit der Küste im Loch Linnhe ist es auch bei Sonnenschein ein imposantes Bauwerk. Schade nur, dass der Küstenstreifen auf dem Festland mehr als stiefmütterlich gehalten wird. Ein Bauer betreibt dort Viehzucht und fährt mit seinem Traktor auf der eingezäunten Wiese hin und her. Dahinter unterhält die Straßenmeisterei einen Platz für ihre Materialien und zuguterletzt wuchert überall entlang der alten Eisenbahnlinie das Grün in alle Richtungen. Vielleicht waren auch deshalb nie mehr als ein halbes Dutzend Besucher im Umfeld des Castles.

 

Im letzten Jahr mussten wir am Fährhafen Mallaig umkehren, weil wir nicht reserviert hatten. In diesem Jahr buchten wir online und so brachte uns die Fähre auf die Isle of Skye.


Auf der Straße nach Portree sieht man schon nach kurzer Zeit einen kleinen Gebäudekomplex mit einem Türmchen, nahe an der Küste. Jedem Kenner des schottischen Spirits ist sofort klar, um welche Art von Gebäude es sich handelt. Auf Skye entsteht seit einiger Zeit eine neue Distillery. Das ist zunächst nichts ungewöhnliches für diesen Landstrich. Doch auf Skye ist es doch schon eine kleine Sensation. Hier residierte  bisher einzig die Talisker Distillery. Seit dem Frühjahr nun produziert man (zunächst wohl testweise) in der neuen "Torabhaig"-Distillery schon die ersten Tropfen und richtet die Außenanlagen für zukünftige Besucher her. Einen wirklich tollen Fleck haben die Betreiber sich da ausgesucht. Der Blick auf die Bucht und das Festland ist traumhaft. Wir kommen dann in etwa drei Jahren noch einmal zum ersten Tasting in das dann hoffentlich geöffnete Visitor Centre...  ;-)


Fortsetzung folgt oben...